Dienstag, 30. Dezember 2014

Unser Jahr 2014

Schon wieder ist ein Jahr vorbei und schon wieder ist man veranlasst zurückzublicken und sich an die schönsten Momente zu erinnern, zu schauen, was man dieses Jahr erreicht hat, welche Fortschritte man gemacht hat, welche Niederlagen man einstecken musste und wie man aus diesen gelernt hat und das Beste daraus gemacht hat.

Im Winter kann man bei uns ja nicht viel machen. Entweder der Boden ist gefroren oder es ist matschig. An der Longe geht Ramona ja auch nicht, also bleibt nur Spazieren und Bodenarbeit übrig.
Mal wieder hatte ich mir eine Art Trainingsplan erstellt, mit Zielen, die wir erreichen wollen/sollen/wasauchimmer. Ganz eifrig wollte ich endlich mal Nägel mit Köpfen machen und diesen Plan für den Winter 2014 durchziehen. Wir wollten in die Agra. Dort zum Stall laufen, sodass sie dort alles kennenlernt und wir dann dort irgendwann mal reiten können, weil die Plätze dort etwas besser sind, als bei uns und man dort auch springen kann.
Also waren wir dort drüben, waren dann noch mit 'ner Freundin und ihrem Pflegepferd von dort im Park spazieren und kamen erst im Dunkeln wieder zum Stall (Die Stallbesitzerin hat mich schon angerufen und gefragt, ob alles okay ist...) und die Moni war schon viel lieber und ruhiger, als ich es von ihr gewohnt war. Bei diesem einen Mal ist es dann vorerst aber geblieben...

Wie gesagt, im Winter lässt sich ja so reitmäßig nicht viel machen, aber das Wetter wurde ja bald wieder besser und siehe da, die Moni konnte noch alles, was wir in unserem ersten Jahr erarbeitet haben. Also zwar nicht mehr so perfekt wie im Herbst, aber sie wusste noch, dass man auch auf der rechten Hand galoppieren kann. Nach ein paar anläufen ging es dann auch auf der richtigen Hand.
Im Nachhinein muss ich aber sagen, war es schon eine gute Idee nicht schon zum Vereinsfest 2013 zu starten. So weit waren wir da echt noch nicht. Aber dieses Jahr wird das definitiv unser Ziel. Bis zum Herbst ist es ja noch etwas hin. Die weiße Schabracke und die Startnummer habe ich ja schonmal.

Dann kam der Frühling und wir ritten, was das Zeug hielt. Nur mit mäßigem erfolg, dann, als es mal wieder etwas lief, noch weiter zurückgeworfen dadurch, dass Ramona gestolpert ist und lahm war und nach der Reitpause alles wieder resettet war, was wir uns erarbeitet hatten. Es war wie ein Schlag ins Geischt; ich fing wieder bei Null an. Langsam besserte sich das wieder und wir gingen mal wieder ausreiten. Richtig schön einfach nur den geraden Weg entlangfetzen, da vertaute ich ihr schon sehr. Nur, Missgeschicke passieren immer wieder, so ließ ich Ramona rennen und rennen, auf einmal stolpert sie und einen Moment dachte ich, sie fällt hin. Wir fallen hin. Zum Glück konnte sie sich halten, nur ich mich nicht mehr. Das war er also. Mein zweiter Sturz von Moni und mein erster Sturz im Gelände. Was würde wohl passieren? Ramona rennt weg, tritt auf den Zügel, reißt sich das Maul auf, fliegt hin, bricht sich die Beine, rennt auf die Straße? Nein, sie blieb stehen und kam sofort zurück nachdem sie gemerkt hat, dass sie jemanden verloren hat.
Ich weiß nicht, was jetzt überwiegte, der Schock, der Schmerz oder die Rührung, dass wir doch soetwas wie eine Bindung zueinander haben. Wir hatten ja gerade mal wieder eine etwas schwierige Zeit, in der ich mir jeden Tag die Frage stellte, ob ich alles richtig mache, ob es meinem Pferd gut geht oder ob das nicht einfach zu viel ist mit einem eigenen Pferd...
Jaja, das mag sich jetzt alles rosarot, plüschig und Pferdefilmmäßig anhören (ist es ja auch), aber irgendwie legte sich auch in dieser Zeit in mir ein Schalter um.

 Ich war wieder eine Woche weg und dann kam der Sommer. Da hieß es Ranklotzen. Ramona ging es wieder gut, mir auch und ich habe jetzt einen Plan. Und der wird eingehalten. So trainierten wir im Sommer weiter; denn dieses Jahr werden wir noch Starten! Beim Vereinsfest im September. Bis dahin war noch genug Zeit und im Juli waren wir wieder in guter Form. Aber ich machte auch mehr Bodenarbeit, gönnte ihr genug Pausen und haben nicht immer straff an unserer Kür geübt.

Dann war es soweit. Der 7 September. Wir starteten bei uns im Reitverein mit einer Kür auf E-Niveau. Ja, es ist vielleicht nicht die beste Aufgabe für einen schonenden Einstieg ins Turnier, aber ich sah es nicht so ernst. Hauptsache, wir kommen lebend durch. Wenn ich uns selbst eingeschätzt habe, hätte ich mir vermutlich eine 4,8 oder so gegeben, aber wie gesagt, die Note war mir ehrlich gesagt herzlich egal. Umso überraschender war es, als wir eine 5,5 bekommen haben. Wir haben 3 Mal die Reitbahn verlassen (ich schaute schon zur Richterin und habe schon auf ein Zeichen gewartet, aber nein, wir durfen weiterreiten. Natürlich saß ich wie ein Sack Kartoffeln auf der Moni, weshalb meine Einwirkungen gen 0 gingen, sie rechts wieder im Außengalopp angaloppierte, wir keine Ecken ausgegangen sind etc. Ich war wie in Trance.
Und dafür eine 5,5!!! Ramona war auch die ganze Zeit total lieb. 6 Stunden lang musste sie an der Hand bleiben (wir sind ja bloß über die Straße gelaufen, hatten also keinen Anhänger), den Sattel und unsere Sachen haben wir über eine Bank gelegt und einer hat aufgepasst; 6 Stunden kein einziges Mal herumgezickt. Irgendwie waren wir der Publikumsmagnet, viele Kinder kamen zu uns, eine Frau schien mich irgendwie (vom hörensagen, vielleicht von meiner Reitlerein) zu kennen und hat uns auch nocheinmal gratuliert und irgendwann wurde es leicht stürmisch, aber die Moni war gechillt.
Der 7. September 2014 war mit abstand der Beste Tag des Jahres.

Danach war ja nicht mehr viel. Laaaange habe ich die Moni mit irgendwelchen schwierigen Aufgaben in Ruhe gelassen, wir waren viel spazieren und ausreiten und mit einem famosen Ausritt durch den Schnee mit meiner neuen Englandschabracke endete das Jahr. :D










Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen