Freitag, 7. August 2015

Wir sind umgezogen! (Jetzt aber wirklich) - Teil 2

Zwischenzeitlich wurde es unerträglich heiß, so versuchten wir irgendeine Wasserquelle für Ramona aufzutreiben. Irgendwann zwischen Liebertwolkwitz und Großpösna kamen wir dann zu dieser.
Ein "selbsternte-Garten" (es sah aus, wie ein Erdbeerfeld, aber halt nicht mit Erdbeeren, sondern mit vielen Gemüsepflanzen, wo man halt Ernten kann, aber nicht anbauen braucht.)
Jedenfalls habe ich dort nach einem Eimer Wasser gefragt und gleich die Presse auf uns gezogen.
Jep, wir sind fame.
Zuerst kam eine Frau und fragte, ob sie Fotos von Ramona und mir machen könnte, dann kam ein Mann dazu, der uns Fragen gestellt hat. Wie ich heiße, wie das Pferd heißt, wie alt wir sind und was wir machen. (Okay, also diese Story ist schon ziemlich erzählenswert...)
Die beiden waren tatsächlich von der Presse und wollen einen Bericht über diesen Garten in der Zeitung schreiben.
Die Fotos habe ich auch zugesendet bekommen, darf diese aber natürlich nicht veröffentlichen.

Dann ging es weiter und wir hatten noch etwas mehr als die Hälfte der Strecke vor uns.
Erstmal müssen wir irgendwie ins nächste Kaff kommen und das war gar nicht so einfach, wie es die Karte einen glauben ließ.
(Ja, wir sind mit Karte und nicht mit Google Maps geritten, weil Handy geklaut und so.)
Naja, Ende vom Lied, wir haben uns verlaufen/veritten.
Eine Stunde irrten wir zwischen Liebertwolkwitz/Großpösna und Seifertshain rum.
Irgendwann haben wir den Weg wieder gefunden, ich habe mich mal wieder auf's Pferd geschwungen und wir sind durch einen superschattigen Wald getrabt. Es ging voran, bis die Moni auf einmal etwas unklar lief. Toooll. Ich bin dann als wir wieder an einer Straße trafen (es war die richtige :D) wieder abgestiegen und die Moni sah echt nicht so toll aus.
Mittlerweile war es Nachmittag, vor uns eine große Landstraße, am Horizont das nächste Kaff (Seifertshain??), keinen Schatten weit und breit, die Moni scheint zu lahmen und generell gleich umzukippen. Fuck. fuck fuuuuuuck!! Was habe ich nur angestellt??

Die Hitze und der Weg schlägt uns allen auf's Gemüt und selbst die everytime happy Devo ist mittlerweile leicht angesäuert.
Also ganz ehrlich, dieser Abschnitt zwischen dem Garten und Seifertshain war echt der schlimmste ever und ich habe so ein Glück mit meiner supertollen Begleitung und meinem supertollem Pferdchen. Devo machte eine kurze Pause; sie würde uns mit dem Rad eh bald wieder einholen und uns kam keine Menschenseele entgegen. Also nur Ramona und ich. Der beste Zeitpunkt um seinen Gefühlen mal freien Lauf zu geben, das Pferd mit Tränenerstickter Stimme vollzulabern, wie wundervoll sie doch sei, dass sie diesen ganzen Kack mit sich machen lässt, sei es die Wanderung oder alles, was in den letzten Tagen passiert ist. Wie viele Leute ihre Zeit für uns, oder besser gesagt für mich geopfert haben, auch wenn es voll umsonst war.
Mir fällt nicht ein, was ich dazu sagen könnte. Ich bin einfach nur überwältigt wie fantastisch Menschen sein können.
An dieser Stelle wieder ein ganz ganz ganz ganz großes Dankeschön!! an alle, die irgendwie an der Mission Stallwechsel beteiligt waren!

So, das Ortsschild rückte in Sichtweite (wofür ich mittlerweile recht nah dran sein muss um den Ortsnamen zu erkennen...). Wir sind in Seifertshain und meine Füße bringen mich um. Und mein Wasser ist jetzt auch leer.

Okay, wisst ihr was? Ich mache jetzt etwas ganz verbotenes. Ich setze mich auf mein lahmendes Pferd. Im Schritt wir das schon gehen. Wenigstens mal ganz kurz.
Hmm. Also so im Schritt läuft sie wieder ganz gut. Sie schien wieder etwas erholter (ich habe sie grasen lassen, in der Hoffnung, dass im Gras ja noch eeetwas mehr Wasser als im Heu ist, was wir auch mitgenommen haben) und der Schritt fühlte sich auch nicht mehr so holprig an, wie zuvor.
Ich habe es riskiert und bin zur Probe mal ein kleines Stückchen getrabt, was auch super ging und ich wage zu behaupten, dass Ramonas Ohrenspiel und ihr ABSCHNAUBEN(!!!???WTF?? Ich möchte nicht wissen, was diese Aktion, also so unbekanntes Gelände, gaaanz alleine ,hässliche, böse Autos und diese unerträgliche Hitze in einem Pferd auslöst. Das muss doch Stress pur sein und die Moni schnaubt erstmal genüsslich ab?? :OO zufolge alles in Ordnung bei ihr sein müsste.

Soo brav, ist die Moni geworden, es fahren LKWs an uns vorbei, die Olle guckt nicht einmal, Kinder auf Dreirädern, whatever, andere Pferde auf einem Paddock, oh wie toll, aber egal.
Nur eine Eisdiele mit bunten Sonnenschrimen hat es ihr angetan. Okay, hinter uns kommen Autos, besser ist, ich steige kurz ab.

Und an dieser Stelle ein gaaanz großes Dankeschön an (fast) alle Autofahrer, denen wir begegnet sind! Es gibt euch also doch, die Autofahrer, die wenn sie ein Pferd sehen, langsam fahren, einen nicht auf Teufel komm raus überholen müssen und wenn das Pferd scheut (wie jetzt) mit genügend Abstand mal ganz kurz anhalten und warten, bis ich abgestiegen bin und das Pferd auf den Fußweg geführt habe.
Vielen Dank an alle, die sich jetzt angesprochen fühlen. (Auch im Namen aller anderen Reiter, die jetzt vielleicht das Selbe denken!)

Ein paar Negativbeispiele gibt es immer, aber denen möchte ich nicht mehr als diese drei/vier Zeilen schenken, weil es der Moni einfach irgendwie egal war, wenn jemand einen halben Meter hinter uns fuhr und erst dann mit übergroßer Drehzahl (laut!) überholt hat.
Aaber denkt daran, liebe Nichtpferdekenner, andere Pferde könnten eure Porsches dann eeeeetwas demolieren, wenn sie mal auskeilen und DANN ist das nicht unsere Schuld, weil pferdetypisches Verhalten und Fahrlässigkeit von eurer Seite aus und so ;).

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